Die Fischmesse in Deutschland 25.-27. Februar 2024


Die fish international ist die einzige Fachmesse für Fisch und Seafood in Deutschland – eine Plattform für den Handel und die Gastronomie. In Bremen informiert sich der Handel über neue Produkte am deutschen Markt und verschafft sich einen Überblick über Neuheiten und Entwicklungen.

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Offen für den Wandel

Offen für den Wandel

Tradition und Zukunftsfähigkeit spielen für Julia Wogart bei Rud. Kanzow eine große Rolle
Das Büro im ehemaligen Konferenzraum der Rud. Kanzow (GmbH & Co.) KG wirkt etwas improvisiert. Dass der lange Besprechungstisch jetzt ein Arbeitsplatz ist, gehört jedoch zur langfristigen Planung in dem traditionsreichen Hamburger Fischimport- und Handelshaus. Die Geschäftsführende Gesellschafterin Julia Wogart hat ihn für ihren Neffen Moritz Fischer einrichten lassen. „Es war gerade kein anderer Raum frei“, lacht sie - mit knapp 40 Beschäftigten sind die erst vor sechs Jahren bezogenen Räumlichkeiten schon wieder an der Kapazitätsgrenze. Aus gutem Grund hat Julia Wogart Platz geschaffen: Auch wenn sie selbst noch weit vom Pensionsalter entfernt ist, bereitet sie die nächste Generation auf die Arbeit an der Unternehmensspitze vor. „Hier geht es schließlich um den Erhalt und die langfristige Zukunftssicherheit eines 1890 gegründeten Familienunternehmens“, betont die Unternehmerin.

Spezialist für tiefgekühlte Meeresdelikatessen – Besondere Stärke im Sushi-Bereich
Nichts ist so beständig wie der Wandel - wie in vielen anderen Branchen gilt dies auch für die kleinen und mittleren, häufig inhabergeführten Unternehmen der Fischwirtschaft. Zu der für den Mittelstand typischen Herausforderung eines rechtzeitigen Generationswechsels gesellen sich immer wieder notwendige Veränderungen in der Produktpalette und der Unternehmensorganisation. Für beides ist das Hamburger Import- und Handelshaus ein gutes Beispiel. Als es von Rudolf Kanzow vor 132 Jahren gegründet wurde, stand der Handel mit Salzfisch und Konserven im Vordergrund. Die Lagerfähigkeit der Produkte ist ein wichtiger Aspekt geblieben - allerdings in einer zeitgemäßen Variante. Heute handelt Kanzow mit tiefgekühlten Fischprodukten und Meeresdelikatessen aus aller Welt. Das Portfolio reicht von den gängigen See- und Süßwasserfischen über Krustentiere, Muscheln und Mollusken bis zu Lachs- und Convenience-Produkten wie Fingerfood und Spießen.

Einer der wenigen Anbieter mit Speziallager für Super-Freeze-Bereich
Ein großer Teil der gehandelten Ware wird in Seecontainern aus aller Welt nach Hamburg gebracht. Seit sechs Jahren ist die Firma in einem modernen Kühllager-Komplex am Rande des Hamburger Containerterminals Altenwerder ansässig. Neben dem Standort ist die dort eingesetzte Technik eine wichtige Größe für die Zukunft der Firma. Zusätzlich zu dem klassisch temperierten TK-Lager betreibt Rud. Kanzow als einer von wenigen Anbietern in Deutschland einen auf - 60°C gekühlten Super-Freeze-Bereich. Dort wird unter anderem besonders empfindlicher Thunfisch für Sushi-Produkte gelagert wird, der schon bei nur geringfügig höheren Temperaturen seine optische Qualität einbüßen würde. Für den Import solcher Produkte hat Kanzow im Laufe der Jahre eine besondere Kompetenz aufgebaut. Sich mit dem Markt zu entwickeln, ist für Julia Wogart ein wichtiger Bestandteil der Unternehmensstrategie: „Wir haben mittlerweile auch einen wachsenden Anteil an veganen Alternativen zu Fischprodukten im Programm“, benennt sie ein Beispiel.

Grundlegende Veränderung durch den Einstieg ins Unternehmen
Wer ein solches Handelshaus mit rund 1800 verschiedenen Produkten im „Katalog“ führt, muss über ein profundes Basiswissen verfügen. „Wenn man in einer Familie aufwächst, die mit Fisch handelt, bekommt man die Grundlagen praktisch Tag für Tag vermittelt“, lacht Julia Wogart. Dennoch bedeutete der Einstieg ins Unternehmen und in die Geschäftsführung für sie eine grundlegende Veränderung: „Von Haus aus bin ich Lehrerin und hatte eigentlich auch gar nicht daran gedacht, ins Unternehmen zu gehen“, bekennt sie offenherzig und lässt dann auch erkennen, dass ihr die Entscheidung am Ende nicht schwerfiel: „Letztlich war es die Frage, ob wir das Unternehmen in der Familie halten wollen oder nicht.“ Ihr Großvater Heinz Wogart hatte einen ähnlich mutigen Schritt getan - er übernahm die Firma vom kinderlosen Gründer auch mit dem Ziel, das von seinem Freund geschaffene Werk zu erhalten und auszubauen. Wie eng die Familienbande sind, beweist Julia Wogarts Vater Dirk - mit 81 Jahren steht er seiner Tochter weiterhin mit Rat und Tat zur Seite.

Bevor sie das Ruder im Unternehmen fest in die Hand nahm, schaute sich Julia Wogart erst einmal sorgfältig in der Firma um: „Es gab ja noch jede Menge für mich zu lernen.“ Wer macht was wie und wo? Warum wird das so gemacht? Erst wer die bestehenden Abläufe verstanden hat, kann sich auch der Frage widmen: Muss das so sein oder geht das auch anders? Für die Suche nach Antworten auf solche Fragen kam der Wechsel in der Unternehmensführung zum passenden Zeitpunkt: „Es stand gerade die IFS-Zertifizierung an, da mussten wir ohnehin alle Prozesse anschauen und überprüfen“, erinnert sich Julia Wogart.

Zertifizierungsprozess und persönliche Eindrücke als Basis für Neuausrichtung
Mit den schrittweisen eingeführten neuen Strukturen im Unternehmen folgte Julia Wogart den internen Erkenntnissen aus dem Zertifizierungsprozess und ihren persönlichen Eindrücken. Es gab weitere äußere Beweggründe: Die Kunden gehören zu den besonders anspruchsvollen Abnehmern. Das Unternehmen beliefert Kreuzfahrtreedereien genauso wie Weiterverarbeiter in der Fischindustrie, Catering-Betriebe sowie den Lebensmittel-Groß- und Einzelhandel. So unterschiedlich die insgesamt rund 1100 Kunden auch sind, vertrauen sie bei Kanzow auf zwei Faktoren: „Unsere Kernkompetenzen liegen in der Qualität, der von uns gelieferten Waren und in der Flexibilität, auch auf kurzfristige oder ungewöhnliche Kundenwünsche zu reagieren“, sagt Julia Wogart.

Zuverlässig zu liefern, ist ein weiterer Teil des Firmenanspruchs. In jüngster Zeit steht das Familienunternehmen dabei vor besonderen Herausforderungen. Kanzow bezieht seine Waren von Partner aus mehr als 35 Ländern weltweit: „Entsprechend bekommen auch wir die anhaltenden Störungen der internationalen Handelswege zu spüren“, berichtet die Geschäftsführerin. Jetzt zahlt es sich aus, dass das Unternehmen schon lange auf eine hohe Vorratshaltung gesetzt hat - in Kombination mit der Digitalisierung der internen und externen Prozesse in den vergangenen Jahren ist Kanzow so auch für die aktuelle Situation gut aufgestellt. Damit das auch in den kommenden Jahren so bleibt, stellt sie jetzt die Weichen - und führt mit Moritz Fischer die nächste Generation langfristig an die Leitung des Unternehmens heran.

Offen für den Wandel

Die fish international bietet:

  • Fisch und Seafood in einer vielfältigen Produktauswahl: frisch, geräuchert, gefroren, mariniert
  • Verkaufsausstattungen, Thekenkonzepte und Lösungen für den mobilen und stationären Fachhandel
  • Maschinen und technische Hilfsmittel für die Fischverarbeitung
  • Technologie und Zubehör für die Fischzucht

fish international – das sind über 10.000 qm Ausstellungsfläche für mehr als 320 Ausstellende aus 27 Nationen. Fachexperten aus der Fischindustrie, dem Großhandel, Einzelhandel und der Gastronomie besuchen die Fischmesse um Lieferanten zu finden, sich zu informieren und auszutauschen.

85% der Fachbesucher sind an Einkaufsentscheidungen in ihrem Unternehmen beteiligt.

gastro iventDie GASTRO IVENT, die sonst parallel stattfindet, wird in 2023 als Special Edition unabhängig von der fish international vom 28. bis 30. Januar 2023 veranstaltet. Ab 2024 gehen wir den Weg dann wieder gemeinsam.