Die Fischmesse in Deutschland 25.-27. Februar 2024


Die fish international ist die einzige Fachmesse für Fisch und Seafood in Deutschland – eine Plattform für den Handel und die Gastronomie. In Bremen informiert sich der Handel über neue Produkte am deutschen Markt und verschafft sich einen Überblick über Neuheiten und Entwicklungen.

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„Eine echte Chance für die Fischwirtschaft“

„Eine echte Chance für die Fischwirtschaft“

Innovative Produkte aus Meeresalgen
Was bleibt jemandem übrig, der Weizen, Zucker und viele weitere Lebensmittel-Zutaten nicht verträgt? „Die Ernährung umzustellen, ist gar nicht so einfach“, weiß Deniz Ficicioglu aus eigener Erfahrung, Für die junge Berlinerin war dies das Initial, sich intensiver mit Nahrungsmitteln zu beschäftigen. Gemeinsam mit Jacob von Manteuffel gründete sie die Lebensmittelmarken BettaFish und OCEANFRUIT, deren vegane Produkte einem anderen Prinzip folgen als herkömmliche Lebensmittel: „Wir greifen nicht auf die typischen Zutaten aus Monokulturen zurück, sondern wollen für mehr Biodiversität im Food-System sorgen.“ Im Vordergrund stehen Alternativen zu klassischen Fischzubereitungen. Grundbestandteil der Produkte sind Meeresalgen. Damit bekommt die erfolgreiche Gründung der beiden eine zusätzliche Bedeutung: „Wir zeigen, dass pflanzenbasierte Alternativen nicht zwangsläufig eine Konkurrenz zu herkömmlichen Fischprodukten, sondern eine Chance für die Fischwirtschaft sind“, sagt Deniz Ficicioglu. Auf der fish international werden die beiden dazu Rede und Antwort stehen.

„Algen sind alltagstauglich mit einer langfristigen Perspektive“
Deniz Ficicioglu spricht mit Sachkenntnis und Begeisterung von Lebensmitteln der (nahen) Zukunft. Da überrascht es, dass sie mit dem Thema anfangs lediglich indirekten Kontakt hatte. Nach dem Studium der Gesellschafts- und Wirtschaftskommunikation mit dem Schwerpunkt Konsumentenverhalten lenkten die eigenen Allergien („ich wusste kaum noch, was ich essen konnte“) ihr Interesse auf Lebensmittel-Unverträglichkeiten. Ficicioglu schrieb einen Blog dazu, veröffentlichte zwei Kochbücher – und traf in der Produktentwicklungsabteilung ihres damaligen Arbeitgebers Jacob von Manteuffel. Der hatte sich zuvor als Master-Student im Fach Ressourcenmanagement aus einem anderen Blickwinkel mit Ficicioglus’ Thema befasst. Rund um den Erdball besuchte Jacob von Manteuffel Wissenschaftler, Initiativen und Unternehmen, die sich mit der Aufzucht und Nutzung von Meeresalgen für die Lebensmittelherstellung beschäftigen. Die Perspektiven der beiden passten zusammen: „Wir waren uns schnell einig, dass Lebensmittel aus Algen kein kurzfristiger Trend, sondern alltagstauglich mit einer langfristigen Perspektive sind“, erinnert sich Ficicioglu – die Weichen zunächst zu OCEANFRUIT und BettaFish waren gestellt.

Zum Auftakt 15 Tonnen vegane TU-NAH-Sandwiches in 4000 Discounter-Filialen verkauft
Der Weg zu den beiden Marken war kurvenreich, aber erfolgreich. Der Markt nimmt das BettaFish-Produkt TU-NAH (eine im Retail und in verschiedenen Gastronomie-Gebinden erhältliche vegane Alternative zu Tunfisch auf Sandwiches, Pizza und Cremes) sowie die ebenfalls veganen OCEANFRUIT-„Meeressalate“ (Meeresalgensalate in verschiedenen, bekannten Geschmacksrichtungen) mit großem Interesse auf. Es hagelt Preise und Auszeichnung; und ein führender Discounter orderte 15 Tonnen TU-NAH-Sandwiches – die in wenigen Tagen in 4000 Filialen ausverkauft waren.

„Meeresalgen sind eine hervorragende Basis für hochwertige Lebensmittel“
Doch die beiden Gründer haben nicht nur den wirtschaftlichen Erfolg der eigenen Produkte im Auge: „Meeresalgen sind eine hervorragende Basis für hochwertige Lebensmittel“, lautet ihre Überzeugung. In vielen Ländern Asiens ist dies schon Alltag. In Europa werden Algen industriell dagegen nur für Kosmetik und pharmazeutische Produkte sowie im Lebensmittelbereich als geschmacksneutrales Gelier- und Verdickungsmittel verwendet. „Das Potenzial ist viel größer“, ist Ficicioglu überzeugt und verweist auf die Vielfalt an Geschmacksrichtungen in der Algenwelt: „Manche schmecken nach Trüffel, andere nach Zitrone oder auch Pfeffer – es gibt Tausende von essbaren Arten.“

Eine zusätzliche Erwerbsquelle für Fischer und Züchter
Meeresalgen als Lebensmittel zu züchten, hat einen großen ökologischen Wert. „Es ist eine natürlich vorkommende Ressource, die ohne große Eingriffe in die Natur geerntet werden kann“, sagt Jacob von Manteuffel. Und mindestens genauso hoch ist der ökonomische Nutzen. „Algenzucht und Algenernte kann eine neue oder eine zusätzliche Erwerbsquelle für Fischer und Fischzüchter sein“, betont Deniz Ficicioglu. Angesichts schwindender Fisch-Ressourcen in den Weltmeeren und einem wachsenden Proteinbedarf sieht die Unternehmerin in der Algenzucht und -nutzung ein wichtiges Zukunftsthema für die Fischerei: „Es erfordert die gleichen Kompetenzen, die die Fischwirtschaft heute schon hat.“

Auf der fish international treffen beide Themen zusammen: Dort geht es sowohl um die aus pflanzlichen Komponenten hergestellten Alternativen zu Fischprodukten als auch um die Zukunft der Fischwirtschaft, ihrer Produktionsverfahren und ihrer Produkte. „Das werden bestimmt spannende Gespräche, ich freue mich auf die Messe“, sagt Deniz Ficicioglu.

„Eine echte Chance für die Fischwirtschaft“

Die fish international bietet:

  • Fisch und Seafood in einer vielfältigen Produktauswahl: frisch, geräuchert, gefroren, mariniert
  • Verkaufsausstattungen, Thekenkonzepte und Lösungen für den mobilen und stationären Fachhandel
  • Maschinen und technische Hilfsmittel für die Fischverarbeitung
  • Technologie und Zubehör für die Fischzucht

fish international – das sind über 10.000 qm Ausstellungsfläche für mehr als 320 Ausstellende aus 27 Nationen. Fachexperten aus der Fischindustrie, dem Großhandel, Einzelhandel und der Gastronomie besuchen die Fischmesse um Lieferanten zu finden, sich zu informieren und auszutauschen.

85% der Fachbesucher sind an Einkaufsentscheidungen in ihrem Unternehmen beteiligt.

gastro iventDie GASTRO IVENT, die sonst parallel stattfindet, wird in 2023 als Special Edition unabhängig von der fish international vom 28. bis 30. Januar 2023 veranstaltet. Ab 2024 gehen wir den Weg dann wieder gemeinsam.